Vier Tore und drei Punkte gegen Ahlen

06.11.2021

Die Sportfreunde haben es auf eindrucksvolle Art und Weise geschafft, den viel zitierten Bock erst einmal umzustoßen. Beim 4:1 (2:1) über Rot Weiss Ahlen, zeigte das Team von Andy Steinmann endlich das erhoffte, kaltschnäuzige Gesicht und erarbeitete sich im Kollektiv den vierten Heimerfolg. Ebenso platzte bei mehreren Lotter Protagonisten der so tückische Knoten. Folglich sind die SFL nur noch einen Zähler von den Nichtabstiegsplätzen entfernt und können sich schon im kommenden Nachholspiel wieder über den Strich katapultieren.

Dabei deutete anfangs tatsächlich nicht allzu viel auf einen glorreichen Fußballnachmittag im Sportpark am Lotter Kreuz hin. Zu schnell konnten sich die mit viel neuem Selbstvertrauen bestückten Gäste aus Ahlen schwungvoll entfalten. Andreas Ivan gab nach drei Minuten einen ersten Warnschuss ab und bediente wenig später David Mamutovic im Sechzehner, dessen Abschluss Peitzmeier nach kurzen Schwierigkeiten aber sicher unter Kontrolle brachte (4.). Durch einen Lotter Ballverlust wurde es in der nächsten Szene dann deutlich gefährlicher, als Angreifer Gianluca Marzullo das Leder aussichtsreich nur hauchdünn am rechten Pfosten vorbei legte (5.). Dass das Team von der Werse nach jüngsten Erfolgen am Tivoli oder gegen Mönchengladbachs U23 bester Stimmung war, unterstrichen die ersten Minuten.

Doch gerade als sich Lotte so langsam ins Spiel hineinzuarbeiten schien, schlug Rot Weiss humorlos zu: Innenverteidiger Oktay Dal erreichte mit einem langen Zuspiel Marzullo, welcher das Spielgerät gekonnt über den herauseilanden SFL-Keeper hob – 0:1 (20.). Auf eine sich breit machende „Und täglich grüßt das Murmeltier”-Grundstimmung unter den Zuschauern, zeigte das Heimteam jedoch die passende Reaktion: über rechts wurde Dominique Domröse stark in Szene gesetzt, der wiederum selbst das tolle Auge für Startelfdebütant Niklas Determann hatte. Der ehemalige Leverkusener Jugendspieler markierte aus Nahdistanz problemlos den postwendenden 1:1-Ausgleich (22.). Es sollte noch besser kommen. Wieder war es Domröse mit einer Hereingabe von außen. Cedric Euschen konnte RWA-Schlussmann Daniel Szczepankiewicz zunächst nicht überwinden, doch der ebenfalls lauernde Nils Stettin vollendete in bester Stürmermanier zum umjubelten 2:1-Führungstreffer (27.). Spätestens ab diesem Zeitpunkt veränderte sich die Statik der Partie komplett. Lotte trat fortan mit bissiger Körpersprache auf und ließ praktisch kaum noch etwas zu. Unmittelbar vor dem Halbzeitpfiff hätte Euschen gar noch für einen dritten Treffer sorgen können, hätte Szczepankiewicz das Leder nicht glänzend um den Pfosten gelenkt (44.).

Große Auswirkungen zog die vergebene Möglichkeit vor der Pause aber nicht mit sich, da das Steinmann-Team hoch fokussiert aus der Kabine kam und einen Traumstart erwischte: Emir Terzi tankte sich auf links durch, legte auf den mitgelaufenen Euschen ab, der dann doch nachträglich trocken zum 3:1 abschloss (47.). Die Blau-Weißen kontrollierten die Münsterländer nun, spekulierten immer wieder eigens auf mögliche Umschaltsituationen. Wirklich gefährlich wurde es vor dem Lotter Kasten selten. Trotzdem kam Ahlen nochmals, doch Peitzmeier war im Nachfassen zur Stelle (60.). Der SFL-Keeper rettete zehn Minuten vor dem Ende ebenso gegen den eingewechselten Sebastian Mai (81.). Kurz darauf sollte Euschens Doppelpack den Deckel endgültig drauf machen: Die Nummer 10 der Sportfreunde behauptete sich stark gegen seine Widersacher und schraubte das Ergebnis eiskalt auf 4:1 hoch (83.). Zum Abschluss durfte Jhonny Peitzmeier noch einmal seine Qualitäten als Elfmetertöter unter Beweis stellen, parierte einen nach Foulspiel fälligen Strafstoß von Niederländer Terence Groothusen (89.).

Erstmals seit Februar 2020 erzielte eine Lotter Mannschaft wieder vier Tore in einer Partie und hat beste Chancen, vor eigenem Publikum die Abstiegsränge am Mittwoch (10. November, 19:30 Uhr) im Nachholspiel gegen den SC Wiedenbrück zu verlassen.

(Text: Tobias Wehrmeier I Foto: Rolf Grundke)