VfL-Trainer Thioune: Freue mich auf Lotte

Michael Jonas - 16.10.2018

Am Samstag (14 Uhr) empfangen unsere Sportfreunde im FRIMO Stadion Nachbar und Drittliga-Spitzenreiter VfL Osnabrück. VfL-Trainer Daniel Thioune äußert sich im Vorfeld des Duells  zu den Stärken seiner Mannschaft, zur Tabellenführung, zu Leidenschaft, Vertrauen sowie zu Lottes Trainer Nils Drube.

Hallo Daniel Thioune, der VfL Osnabrück ist, zumindest was die Tabellenposition anbelangt, gegenüber der letzten Saison nicht wiederzuerkennen. Was macht die Mannschaft so stark?

Es bringt nichts, einen Vergleich mit der vergangenen Spielzeit heranzuziehen. Wir haben viele neue Spieler, die Mannschaft ist mit der aus der letzten Saison nicht mehr gleichzusetzen. In erster Linie konzentrieren wir uns auf das Hier und Jetzt. Die Mannschaft hat Bock darauf, erfolgreich zu sein. Wenn wir das weiterhin gemeinsam so durchziehen, werden unsere Zuschauer noch einige interessante Spiele von uns sehen. Der erste Tabellenplatz ist aktuell eine Bestätigung unserer bisher gezeigten Leistungen, aber gleichzeitig auch eine Momentaufnahme, wie man so schön sagt.

Ist ein VfL-Erfolgsrezept die Leidenschaft?

Das ist eigentlich eine Grundvoraussetzung. Wenn keine Begeisterung da ist, kann man auch die Fans nicht auf seine Seite ziehen. Wir hatten in dieser Saison knappe Ergebnisse und in einigen Partien, das muss ich ehrlich sagen, auch ein bisschen Glück. Aber auch Glück muss man sich erarbeiten. Mit Leidenschaft kann man etwaige fehlende spielerische Defizite wettmachen. 

Sieben Spieler haben insgesamt 14 Tore erzielt. Ist der VfL schwer auszurechnen?

Dem Trainer ist es egal, wer die Tore schießt. Marc Heider zum Beispiel hat erst einen Treffer erzielt, bereitet aber viele gefährliche Angriffe vor. Marcos Alvarez dagegen hat schon fünfmal getroffen. Beide sind wichtig für uns. Ich muss natürlich auch sagen, dass wir viele Chancen liegen gelassen haben. Hier besteht noch Nachholbedarf. 

Ist der VfL-Kader gleichmäßig besetzt?

Nicht so wie bei anderen Drittligisten. Ausfälle zu kompensieren, ist bei uns nicht so einfach. Wir können uns aber auf unsere Spieler aus der zweiten Reihen verlassen. Gegen Jena zum Beispiel habe ich zwei Spieler von der Tribüne direkt in die erste Elf geholt. Das hat sich ausgezahlt. Tim Möller, Luca Pfeiffer und Felix Agu haben ihr Startelf-Debüt gegeben. Sie haben mich nicht enttäuscht. Wenn man Vertrauen gibt, möchte man auch Vertrauen zurückbekommen. Das habe ich.

Kennen Sie Lottes neuen Trainer Nils Drube?

Ja. Wir haben unsere Fußballlehrer-Lizenz zusammen erworben. Mit Nils habe ich einen engeren Kontakt, als mit anderen Trainern. Ich habe ihm vor einigen Tagen zur Geburt seine Tochter gratuliert. Wir hatten aber auch vorher einen guten Draht zueinander. Er hatte aufgrund seiner Tätigkeit bei Bayer Leverkusen gute Kenntnisse im Jugendbereich. Da haben wir uns das eine oder andere Mal ausgetauscht. Vor dem Spiel gegen Lotte hält sich das natürlich in Grenzen.

Sie haben ja die Turbulenzen bei den Sportfreunden zu Beginn der Saison mitbekommen. War ein Trainerwechsel schon nach vier Spieltagen notwendig?

Das kann ich nicht beurteilen. Ich weiß nicht, was genau vorgefallen ist und welche Rolle Matthias Maucksch da gespielt hat. Ich glaube aber, dass Nils Drube und Sven Hozjak den Sportfreunden Lotte guttun. Das kann man ja auch anhand der Ergebnisse ablesen. 

Was halten Sie von den Sportfreunden?

Ich bin froh, dass sie mit uns in einer Liga spielen. Erstens hat Lotte sich die 3. Liga über die letzten Jahre hart erarbeitet und verdient. Zweitens kann ich mir – wenn es der Spielplan zulässt – immer unseren nächsten Gegner anschauen, mit dem es Lotte ja immer einen Spieltag zuvor zu tun bekommt. Dafür muss ich dann nicht so weit fahren. Ich freue mich auf die Partie in Lotte und gehe davon aus, dass es am Samstag ein sehr intensives Spiel werden wird.

In einem Derby oder in einem Nachbarschaftsduell?

Das soll jeder halten wie er mag. Für mich geht es in erster Linie um 3 Punkte.