Timo Brauer ist neuer Kapitän

10.09.2020

Der neue Kapitän unserer Sportfreunde in der Saison 2020/21 heißt Timo Brauer. Wir stellen euch den 30-jährigen Mittelfeld-Strategen mit der Nummer 6 in einem Interview vor!

SFL: Du gehst inzwischen in deine zweite Saison bei den Sportfreunden, die nicht nur unter dem Eindruck der Corona-Pandemie steht, sondern auch zum ersten Mal mit einer weiblichen Trainerin an der Seitenlinie. Wie hast du damals die Nachricht von Imkes Verpflichtung aufgenommen und spürst du weibliche Einflüsse im Trainingsalltag? 

Timo: Ein bisschen überrascht war ich schon - ich glaube wie viele andere auch - weil niemand damit gerechnet hat. Aber gleichzeitig finde ich es eine sehr spannende Herausforderung, die ich gerne mitgestalte. Am Ende geht es um Fußball und da ist es egal ob eine Frau oder ein Mann an der Seitenlinie steht.

Deine Nominierung zum Kapitän ist ein großer Vertrauensbeweis des Teams an dich als Führungsspieler. Du hattest das Amt aber bereits schon bei Rot-Weiss Essen inne. Hilft dir diese Erfahrung nun? 

Ich war nicht nur in Essen, sondern auch während meiner Zeit in der österreichischen Bundesliga Kapitän. Grundsätzlich bin ich ein Spieler, der sehr gerne Verantwortung übernimmt, Klartext redet und versucht, jungen Spielern zu helfen. Ob mit oder ohne Binde - wichtig ist das man sich treu bleibt und das Beste für die Mannschaft gibt.

Als gebürtiger Essener hast du insgesamt 6 Jahre lang an der Hafenstraße gespielt. Lotte als beschaulicher Ort war da sicher ein Kulturschock für dich?

Kulturschock ist übertrieben aber es ist definitiv anders hier in Lotte. Aber alles hat seine Vor- und Nachteile. Das Wichtigste jedoch ist, dass der Verein zusammenhält und in eine Richtung geht! Dann ist es egal ob 10.000 Fans dich unterstützen oder 1.000.

Wenn du mal nicht deine Technik trainierst oder deinen Traumkörper stählst, was macht unser Kapitän so in seiner Freizeit?

Ich habe beides nicht - keine Technik und keinen Traumkörper - deswegen sollte ich das echt mal mehr in der Freizeit trainieren. Nein Spaß bei Seite - ich verbringe meine Freizeit mit meiner Freundin, meiner Familie und meinen Freunden. Ich bin regelmäßig in Essen, weil ich dort natürlich noch sehr viele Leute habe.

Mit 30 Jahren muss man sich langsam mit dem Ende seiner Fußball-Karriere auseinandersetzen und vorsorgen. Du bist dabei, dein Studium als Sportfachwirt zu beenden. Wie schauen deine Pläne für “danach” aus?

Ich bin in den letzten Zügen meines Sportfachwirts und hoffe, dass ich Ende März 2021 komplett durch bin. Für die Trainer-Lizenz habe ich mich ebenfalls angemeldet. Natürlich hoffe ich, so lang es geht aktiv Fußball spielen zu können, weil ich noch sehr fit bin. Nach der Karriere möchte ich natürlich wie viele Spieler dem Fußball treu bleiben. Deswegen versuche ich mich auch während meiner Laufbahn breit aufzustellen.

Und wenn du nochmal an deine ersten Schritte in Fußballschuhen zurück denkst, würdest du heute alles wieder genau so machen?

Ich würde definitiv alles genauso machen! Das Wichtigste im Leben ist doch, sich selbst Treu zu bleiben und im Spiegel angucken zu können. Ich bin ein ziemlich direkter und ehrlicher Mensch, was gerade natürlich im Fußballgeschäft nicht immer von Vorteil ist. Das habe ich auch schon am eigenen Leib gespürt. Gerade aber diese Typen sterben aus - deswegen sollte hier auch ein Umdenken stattfinden.

Als Zuschauer im Stadion, würde man dich eher auf einem Ledersessel in einer Loge oder Oberkörperfrei mit den Fans in der Kurve sehen?

Oberkörperfrei, Bier, Bratwurst - das ist Fußball!

Nun noch einen Ausblick auf euren verschobenen Saisonstart mit dem Heimspiel am kommenden Samstag gegen den Bonner SC und deine Wünsche für diese Saison. 

Im Fußball geht es ums Gewinnen! Demensprechend wollen wir direkt eine Serie starten. Ich wünsche mir, dass alle gesund bleiben, unsere Fans uns brutal unterstützen und dass wir dann am Ende sehr viel zusammen feiern können!

Wir bedanken uns bei Timo für das Interview und wünschen ihm privat und sportlich eine erfolgreiche Zeit!

(Interview: Alexander Frontzek | Foto: Frank Diederich)