SFL schlucken erste Heimpleite

16.10.2021

Die tolle Serie von mehr als einem Dutzend ungeschlagenen Spielen auf eigenem Geläuf findet mit der 0:2 (0:1)-Niederlage gegen den Bonner SC ihr Ende. An einem in vielerlei Hinsicht unglücklich verlaufenden Samstagnachmittag half letztlich auch die Trumpfkarte „Heimstärke“ nicht, um alle Tiefschläge der vergangenen Tage und Wochen aufzufangen. Dabei nutzten die Gäste zwei individuelle Fehler der Sportfreunde und ziehen in der Tabelle zunächst an diesen vorbei.

Aufgrund der zahlreichen Ausfälle an erkrankten oder verletzten SFL-Akteuren, stand die Begegnung gegen den direkten Konkurrenten aus dem Rheinland schon im Vorfeld nicht gerade unter dem besten Stern. Trotzdem durfte sich mit Florent Berisha ein Lotter Neuzugang über sein Debüt freuen. Jhonny Peitzmeier kehrte früher als angedacht zwischen die Pfosten zurück, nachdem zuletzt neben Michael Luyambula auch David Buchholz außer Gefecht gesetzt wurde. Doch der Stammkeeper, welcher die letzte Spielzeit nahezu über die volle Distanz absolvierte, erwischte bei seinem „Comeback“ keinen glücklichen Start: wenige Augenblicke war die Partie erst alt, da zog Masaaki Takahara einen Freistoß halblinker Position in den Lotter Strafraum. Peitzmeier konnte den hohen Ball nicht entscheidend aufnehmen, sodass BSC-Innenverteidiger Matti Fiedler als Nutznießer diesen nur noch ins leere Tor einschieben brauchte – 0:1 (3.).

Der frühe Schock hinterließ bei den Gastgebern merkliche Spuren, welche erstmals vor eigenem Publikum einen Gegentreffer hinnehmen mussten. Fortlaufend stellte sich ebenso nötige Präzision und Handlungsschnelligkeit als altbekanntes Manko ein. Lediglich die Elf von Björn Joppe setzte zu Beginn klare Akzente. Nils Teixeira zielte etwas zu hoch (8.), Gonzalez Vass vergab freistehend eine hundertprozentige Möglichkeit auf das schnelle 0:2 (11.). Als Peitzmeier beim Abstoß den Torso Luis Felipe Monteiros traf, hatte Lotte gar Glück, dass das Spielgerät nur knapp nicht ins eigene Gehäuse prallte (17.).

Dennoch zeigten sich die Blau-Weißen bemüht, das Ergebnis egalisieren zu wollen und kamen dabei zu einigen aussichtsreichen Möglichkeiten: Bonns Schlussmann Kevin Birk parierte zunächst einen Fernversuch von Emir Terzi (24.) sowie wenig später ebenso zu unplatzierte Euschen-Hochkaräter (25./32.). Vieles ging über rechts, wo Richter und Keissoglou mehrfach auch Abnehmer fanden. Wie etwa Timo Brauer, dessen Schuss noch zur Ecke geblockt wurde (34.). Bis zum Pausenpfiff konnte Berisha eine unzureichende Abwehraktion Birks nicht nutzen (41.), bevor auf der Gegenseite Takaharas frecher Versuch die Querlatte touchierte (45.).

Den Schwung vor dem Seitenwechsel konnten die SFL nicht wie gewünscht in den zweiten Abschnitt transportieren. Nennenswerte Szenen waren zunächst beiderseits Mangelware. Doch Bonn schien sich mit der Führung im Rücken insgesamt etwas stabiler zu fühlen. Es dauerte seine Zeit, bis Ka-ram Han für Lotte einen ersten Abschluss auf das BSC-Gehäuse abgab (65.). Dass in dieser Phase ebenso Niklas Determann zu seinem Saisondebüt kam, gehörte Mitte der zweiten Halbzeit noch zu den besten Nachrichten.

Die nächste Spielsequenz sollte zur Einleitung der Entscheidung am heutigen Nachmittag führen: im Anschluss an einen individuellen Fehler im Aufbauspiel marschierte Gonzalez Vass in Richtung Sechzehner und scheiterte an Peitzmeier und dem Außenpfosten (74.). Doch beim folgenden Eckball setzte sich Teixeira im Zentrum durch und köpfte das Leder zur Vorentscheidung in die Maschen – 0:2 (75.). Es waren weiter eher Lottes Debütanten, die für erfreute Gesichter auf den Rängen sorgten, nachdem ebenso Robert Nnaji das Feld betreten hatte. Kapitän Brauer vergab mit einer letzten Schussgelegenheit nur knapp, doch das erste verlorene Heimspiel seit Dezember 2020 konnte am heutigen Tag keiner so richtig abwenden.

Weiter geht es für die Sportfreunde Lotte in einer Woche mit einem nächsten Auftritt vor eigenem Anhang. Dann ist mit dem FC Wegberg-Beeck erneut ein direkter Tabellenkonkurrent zu Gast.

(Text: Tobias Wehrmeier I Foto: Manfred Mrugalla)