Lotte unterliegt routinierten Preußen

25.08.2021

Von einem „gebrauchten Abend“ sprach SFL-Trainer Andy Steinmann nach dem Spiel, erkannte aber auch an, dass es gegen den SCP zurzeit grundsätzlich nicht einfach sei, etwas mitzunehmen. Die 0:2-Niederlage in der Dom- und Universitätsstadt ging am Mittwochabend gegen routiniert und weitestgehend eingespielte Preußen unter dem Strich mehr als in Ordnung. Dabei zeigte Lottes Ersatzkeeper Michael Luyambula einmal mehr, dass auf ihn in brenzligen Situationen Verlass sein kann.

So klar die Rollen auch verteilt waren – das erste kleine Ausrufezeichen setzten nach drei Minuten die Sportfreunde: ein anfänglicher Ball in die Spitze erreichte Domröse, welcher jedoch ein gutes Stück am Preußen-Gehäuse vorbei zielte (3.). Die Gastgeber begannen mit zu erwartendem, hohen Ballbesitzanteil und meldeten sich über einen Gewaltsschuss von Jules Schwadorf, den Michael Luyambula klasse parierte, so richtig im Spiel an (7.). Fortan drückte Münster ordentlich aufs Gaspedal und zwang Lotte dazu, sich mehrfach in höchster Not zu befreien. Abgesehen vom Schwadorf-Versuch fehlte bis dato aber noch die klare Gelegenheit, wenngleich sich die Preußen durchaus mehrfach in die Lotter „Box“ hinein arbeiteten. Dann wurde es ernst: zunächst vergab Daube per Kopf (16.), kurz darauf klärten die Blau-Weißen eine unangenehm scharfe Hereingabe des 26-jährigen Thorben Deters (19.), der wenig später selbst auf Zuspiel von Jules Schwadorf relativ unbedrängt ins linke Eck zum 1:0 vollendete (25.). Keine einfache Phase für die Steinmann-Elf, die jetzt aufpassen musste nicht vorzeitig komplett auf die Verliererstraße zu geraten.

Und tatsächlich sorgte eine trotz allem bemühte SFL-Offensivabteilung für etwas Entlastung: Domröse spielte vor dem gegnerischen Sechzehner Cedric Euschen frei, dessen Schuss Preußen-Keeper Michael Schulze-Niehues zur Ecke abwehren konnte (30.). Auf der Gegenseite vergab Wegkamp knapp mit dem Kopf (33.). Münster drängte in Richtung des Pausenpfiffs auf das zweite Tor: wieder war Luyambula im kleinen Privatduell mit Schwadorf zur Stelle (38.) und rettete ebenso konsequent gerade noch so vor dem auffälligem Rechtsaußen Henok Teklab (40.). Bei allen Bemühungen der Gastgeber half in der Folge etwas der Zufall: der Ball sprang Innenverteidiger Luis Allmeroth plötzlich an die Hand, Schiedsrichter Tobias Severins zögerte keine Sekunde und entschied auf Elfmeter für die Adlerträger. Lottes Deutsch-Kongolesischer Schlussmann ahnte zwar das Eck, doch der stramme Schuss Gerrit Wegkamps besorgte noch vor der Pause das 2:0 (42.).

Der zweite Durchgang sollte aus Lotter Sicht vor allem Aufschluss darüber geben, dass man mit Michael Luyambula einen würdigen Vertreter für den verletzten Jhonny Peitzmeier hat. Sekunden nach Wiederbeginn nahm Wegkamp eine Teklab-Rechtsflanke per Volley, doch der Keeper zeigte sich einmal mehr als aufmerksamer Rückhalt (46.). Das Steinmann-Team bekam nun tendenziell etwas mehr Ballbesitz, konnte sich für wirklich gefährliche Situationen jedoch nicht groß empfehlen. Trotzdem verfehlte der eingewechselte Exauce Andzouana das Tor mit einem Kopfballversuch nur knapp (49.). Es begann die möglicherweise wildeste Phase der Begegnung: Luyambula machte einer aussichtsreichen Deters-Gelegenheit den Garaus (50.), Wegkamp verzog doch recht deutlich (56.) und der Sportfreunde-Torwart hielt abermals gegen Teklab, welcher zuvor Duhme aussteigen lies (59.). Preußen Münster vergab nun reihenweise das längst überfällige 3:0. Der nächste Hochkaräter von Deters strich nur minimal am langen rechten Eck vorbei (62.), Jan Dahlke verfehlte die andere Seite des Tores (67.). Die Schwierigkeiten, Rechtsaußen Hanok Teklab in den Griff zu bekommen, nahmen immer deutlichere Konturen an, dessen Zuspiel Remberg in der nächsten Szene kläglich in die dritte Etage setzte (70.). Auch in den Schlussminuten drängte Münster auf Treffer Nummer drei, welcher insbesondere dank einer Vielzahl an Rettungsaktionen des Lotter Ersatzkeepers jedoch nicht mehr fallen sollte.

Die Sportfreunde Lotte verlieren beim deutlich spielbestimmenden SC Preußen Münster mit 0:2 und blicken bereits wieder auf das nächste Spiel am Samstagnachmittag (28. August, 14 Uhr) gegen die U23 des FC Schalke 04. Dort erwünscht sich SFL-Coach Andy Steinmann vor eigenem Publikum dann wieder ein anderes Gesicht seiner Mannschaft.

(Text: Tobias Wehrmeier I Foto: Sebastian Sanders)