SFL verlieren offene Angelegenheit

21.11.2021

In jener Phase, in der die Sportfreunde Lotte sich derzeit befinden, kommt (neben fehlendem Glück) häufig bei betroffenen Vereinen auch noch Pech hinzu. Diese Tatsache bewahrheitete sich auch am Totensonntag, bei der 1:2 (1:1)-Niederlage gegen den Spielverein 1919 Straelen. Dabei gelang es den Blau-Weißen erneut nicht, einen frühzeitigen Rückstand zu vermeiden, sich aber wiederum dennoch gegen den agil auftretenden Widersacher zurückzukämpfen. Ein Eigentor sollte den heutigen Abend letztlich entscheiden.

Die Mannschaft von Neu-Coach Thomas Gerstner erwies sich zunächst als das optisch leicht dominantere Team, setzte mit Irwin Pfeiffers Distanzversuch (3.) und Simoes Ribeiros Kopfball (9.) zwei erste Akzente in der Lotter Hälfte. Wenig später meldeten sich dann auch die Sportfreunde zu Wort - mit einer Doppelchance: Den strammen Schuss von Niklas Determann parierte Gästekeeper Robin Udegbe glänzend, ehe Cedric Euschen aus wenigen Metern ebenfalls vergab (11.). Der erste Treffer des kühlen Abends am Totensonntag sollte kurz darauf auf der anderen Seite fallen: Tobias Peitz brachte einen Freistoß (halbrechter Position) ins Zentrum, wo Innenverteidiger Adli Lachheb recht unbekümmert einköpfte – 0:1 (14.). An diesem Rückstand hatten die Gastgeber erst einmal spürbar zu knabbern, die fortan jegliche Spielkontrolle nahezu komplett an den SVS abgaben. Lachheb nutzte eine weitere Standardsituation beinahe zu seinem zweiten Treffer – erneut infolge einer hohen Hereingabe (18.).

Da aus dem Spiel heraus zu diesem Zeitpunkt nicht mehr sonderlich viel funktionierte, kopierte Lotte praktisch einfach den Straelener Treffer: diesmal brachte SFL-Spielführer Timo Brauer das Leder von halbrechts hoch in den Sechzehner und das so geschickt, dass Exauce Andzouana dem Straelener Keeper per Kopf keine Chance ließ und für das zweite Standardtor des Abends sorgte – 1:1 (25.). Diese schienen am heutigen Tag ein probates Mittel zu sein. In der nächsten Szene versuchte sich Peitz aus zentraler Position erneut mit einem Freistoß, den Peitzmeier erfolgreich aus dem Winkel fischte (27.). Trotz des Ausgleichs waren es vorerst die ganz in Rot auftretenden Gäste, die am Drücker blieben und über Kelvin Lungas etwas verunglücktem Schuss ein weiteres Mal an einer Führung schnupperten (29.). Die Sportfreunde benötigten einige Minuten, erspielten sich dann aber ihre beste Phase. Im Anschluss an einen Fehler im Defensivverbund des SVS, kam Euschen etwas überraschend an den Ball, wurde jedoch rechtzeitig gestoppt (34.). Wenig später folgte ein erlösender Jubel, der unglücklicherweise ebenso schnell wieder erlosch: wieder war es Euschen, der mit einer dicken Gelegenheit an Udegbe scheiterte. Andzouana drückte das Spielgerät anschließend über die Linie, befand sich zum Leidwesen der Hausherren jedoch in einer Abseitsposition (39.). Den letzten Hochkaräter vor der Pause vergab Determann aus etwas zu spitzem Winkel (43.).

Ein packender und insgesamt offener Durchgang, wurde nach dem Seitenwechsel zu einer deutlich weniger spektakulären Angelegenheit, die dennoch weiter von ihrer Spannung lebte. Terzi probierte sich zweimal, strahlte dabei aber nicht die größte Gefahr aus (49./54.). Als unangenehm zu verteidigen, präsentierte sich besonders SVS-Angreifer Arlind Shoshi, welcher nach starker Ballbehauptung ebenfalls zunächst glücklos blieb (53.), dessen Zuspiel dann jedoch derart tückisch ins Zentrum kam, dass SFL-Innenverteidiger Tae-ho Kim unfreiwillig zum Straelener Führungstreffer einschob – 1:2 (69.). Nur Sekunden später vergab Lunga per Volley den schnellen Doppelschlag und hielt Lotte somit noch im Spiel (70.). Doch ein erforderliches Aufbäumen kam im Anschluss an den bitteren Gegentreffer nie so recht in Fahrt und Peitzmeier verhinderte bei Shoshis Geschoss aus Nahdistanz Schlimmeres (74.). Bis zum Schlusspfiff versuchte das Steinmann-Team vergebens, nochmals ernste Torgefahr zu entwickeln, sodass es die bereits dreizehnte Saisonniederlage setzte.

Die Sportfreunde Lotte konnten ihre Situation auch am Totensonntag nicht maßgeblich verbessern und haben jetzt auswärts beim Wuppertaler SV (27. November/14 Uhr) sowie im eigenen Stadion gegen Fortuna Köln (4. Dezember/14 Uhr) Duelle gegen zwei echte Spitzenteams der Regionalliga West vor der Brust.

(Text: Tobias Wehrmeier I Foto: Frank Diederich)