Nah dran – Elfmeter entscheidet Finale für den SCP

29.05.2021

Nach einem würdigen Endspiel im Krombacher Westfalenpokal mit Torgelegenheiten auf beiden Seiten, verlieren die Sportfreunde Lotte am Ende des Tages auf Verler Boden mit 0:1 (0:0) gegen den SC Preußen Münster. Dabei hätte die klare Leistungssteigerung im zweiten Durchgang durchaus auch zum Erfolg auf Lotter Seite führen können. Durch eine unglückliche Elfmetersituation gelang den Adlerträgern letztlich der entscheidende Treffer um den Pokal nach Abpfiff in die Höhe strecken zu können.

Trotz aktivem Beginn der Elf von Andy Steinmann, galt die Anfangsphase beider Widersacher vorerst dazu, sich langsam gegenseitig abzutasten. Den ersten Torabschluss verzeichnete Ex-Lotter Alexander Langlitz auf Zuspiel von Julian Schauerte, setzte seinen Versuch jedoch etwas zu hoch an (15.). Die Blau-Weißen versteckten sich nicht und trugen drei Minuten später ebenso einen schönen Angriff vor. Andzouana suchte in der Mitte Menke, dessen Kopfball nicht platziert genug war (18.). Münster schraubte in der Folge mächtig am Tempo. Langlitz erreichte in der „Box“ einen von halbrechts getretenen Standard und hämmerte das Leder mit vollem Risiko an den für Lotte rettenden Außenpfosten (21.). Bei weitem nicht die einzige Szene, bei der der damalige SFL-Rechtsverteidiger und heutige Angreifer im Mittelpunkt stand. Der 30-jährige bekam den Ball auf der rechten Seite, legte für Wegkamp im Zentrum auf, welcher ebenfalls eine mögliche Führung verpasste (26.). Ein Finale, das alles offenließ. Zunächst glänzte Aydinel per kleinem Sololauf (33.), ehe ein Klärungsversuch auf der Gegenseite beinahe in einem Eigentor mündete (36.). Nicolai Remberg verfehlte das erste Preußen-Tor bei der anschließenden Ecke erneut nur denkbar knapp (37.). Zwar hatte der Tabellendritte der Regionalliga West das Zepter insgesamt in der Hand, doch schickte sich Lotte stets dennoch an, etwas bewirken zu wollen. Über Leon Demaj kam das Spielgerät zum nicht lange fackelnden Bajric, desses 18-Meter Schuss auch im langen Eck hätte einschlagen können (38.). Dann war Pause. Der SCP war alles in allem dem ganzen etwas näher, passiert war aber noch nichts.

Wer jetzt dachte, dass die zweite Hälfte sich zum reinen Zitterspiel für sich wacker schlagende Sportfreunde entwickeln würde, der lag gänzlich falsch. Sieben Minuten in Durchgang zwei gespielt, bekam Bennet van den Berg die Möglichkeit zum ganz dicken Ding: Andzouana benutzte seine gesamte Körperkraft, setzte sich stark an der Grundlinie durch und hatte das Auge für van den Berg. Aus kürzester Distanz parierte Preußen-Ersatzkeeper Dedovic die beste Lotter Chance (52.). Dennoch: was die Steinmann-Truppe jetzt zeigte, machte jedem SFL-Anhänger vor den heimischen TV-Bildschirmen Spaß, selbst wenn zwischendurch etwas die Präzision fehlte. Demaj nahm eine Aydinel-Vorlage direkt – wieder drüber (54.). Drei Minuten darauf stand Aydinel erneut in der Rolle des Assist-Gebers: van den Berg scheiterte auch im zweiten Privatduell mit Dedovic (57.). Möglicherweise die Phase, in der man die Weichen hätte stellen können. Der Druck der Adlerträger nahm im letzten Viertel eines packenden Endspiels wieder zu. Langlitz verzog um Haaresbreite (73.). Den Sportfreunden gelang es trotzdem nochmal alles zu mobilisieren, um eventuell doch noch an einem Erfolg vor dem im Raum stehenden Elfmeterschießen zu arbeiten. Tugbenyo köpfte im Anschluss einer Ecke daneben (78.), Dedovic reagierte bei Leon Demajs Distanzknaller einmal mehr glänzend (82.). Schockmoment dann sechs Minuten vor dem Ende: Paderborn-Leihgabe Tugbenyo soll Grodowski im Sechzehner elfmeterreif gefoult haben, Wegkamp bedankte sich und markierte vom Punkt den goldenen Treffer (84.). Lotte gab sich nicht auf, kreirte aber keine zwingende Gefahr mehr. So stemmte der SCP am Ende den Pokal in die Höhe, wenngleich die ebenso für den DFB-Pokal qualifizierte Steinmann-Elf auf einen starken Finalauftritt zurückblicken kann. Am Samstag in einer Woche (5. Juni, 14 Uhr) gastiert der SC Wiedenbrück zum letzten Spieltag im Stadion am Lotter Kreuz.

(Text: Tobias Wehrmeier | Foto: Rolf Grundke)