"Haben nicht den Druck wie Lotte"

Michael Jonas - 06.12.2018

Claus Schromm ist seit März 2015 Trainer der SpVgg Unterhaching, die am Sonntag um 13 Uhr im FRIMO Stadion auf die Sportfreunde Lotte trifft. Zurzeit sorgen die Bayern mit hohen Siegen in der 3. Liga für Furore. Nach sieben Unentschieden in Serie gab es Erfolge gegen Fortuna Köln (6:0), in Jena (5:4) und gegen Kaiserslautern (5:0). Der Trainer des Tabellenvierten äußert sich in unserem Interview zur Torgefährlichkeit seiner Mannschaft, zu Torjäger Stephan Hain, zur Überlegenheit in den zweiten 45 Minuten und zu den Sportfreunden Lotte.

Hallo Claus Schromm, entschuldigen Sie, dass wir Sie an Ihrem freien Tag stören. Ist das ein fußballfreier Tag, oder gibt es für Sie keine Tage ohne Fußball?

Das ist ein trainingsfreier Tag. In der Saison beschäftigen wir uns jeden Tag mit Fußball. Das ist unser Job.

Warum ist die Spielvereinigung zurzeit so stark?

Das ist ein Prozess, den wir vor zweieinhalb Jahren in Gang gesetzt haben. Wir versuchen, den Verlauf zu optimieren. Wir sind auf einem guten Weg. Man muss auch sagen, die Spieler sind lernwillig. 

Ist Ihre Mannschaft ein Aufstiegskandidat?

Schauen Sie, es ist eine sehr enge Liga. Es gibt zwei Direktaufsteiger, einen Relegationsplatz, und vier Abstiegskandidaten. Wir stehen über dem Strich. Von der Abstiegszone haben wir uns entfernt. Als Vierter sind wir oben mit dabei. Aber jetzt Prognosen zu stellen, wäre vermessen. Die Qualität unserer Mannschaft ist gut. Wir haben nicht die Drucksituation, wie sie vielleicht in Lotte nach dem misslungenen Saisonstart herrscht. Eines ist aber auch klar: Das System der 3. Liga ist todkrank.  Jeder will zwingend raus aus dieser Klasse.

Wie abhängig ist die Mannschaft von Torjäger Stephan Hain, der  13 von insgesamt 37 Unterhachinger Toren erzielt hat?

Das hat man ja am vergangenen Wochenende gesehen. Stephan hat beim 5:0 gegen den 1. FC Kaiserslautern das fünfte Tor geschossen. Wir haben viel Qualität in der Offensive. Das hängt nicht nur von einem Stürmer ab. Stefan ist aber ein absoluter Traumspieler – auf und neben dem Platz. Wir haben ihm viel zu verdanken. Er fühlt sich wohl bei uns. Aber das trifft auch auf andere Spieler zu.

23 Treffer fielen in den zweiten 45 Minuten. Das heißt, Ihr Team spielt erst abwartend und schlägt dann zu?

Nein, wir gehen jedes Spiel so an, dass wir nicht verlieren wollen. Wir sind aber auch nicht überheblich und sagen, dieses und jenes Spiel werden wir gewinnen. Aber Sie haben Recht, die zweite Halbzeit ist immer unsere Halbzeit.

Wie schätzen Sie die Sportfreunde Lotte ein?

Am Anfang war es eine schwierige Situation. Respekt, was mein Kollege Nils Drube nach dem Fehlstart mit nur einem Punkt aus fünf Spielen geleistet hat. Lotte ist unter ihm mit drei Siegen und zwei Unentschieden zu Hause ungeschlagen. In der Defensive hat die Mannschaft eine gute Ordnung. Die Abwehr tritt als Kollektiv auf. Gegen den Ball arbeiten sie richtig gut. Uns steht eine schwierige Aufgabe bevor.

Welche sportlichen Wünsche haben Sie für 2019?

Dass wir gesund bleiben und unseren Weg weiter gehen. Viele sagen ja, dass wir medial unterbelichtet sind. Aber wir können gut mit dieser Ruhe leben. Nicht ständig in den Schlagzeilen zu stehen, kann auch ein Vorteil sein.

Vielen Dank für das Gespräch. Mögen Ihre Wünsche für 2019 in Erfüllung gehen.