Lotte - Eine Prise Galgenhumor spielte mit, als Maik Walpurgis seinem Gegenüber Dieter Ferner gratulierte. Das tat der Trainer der Sportfreunde Lotte aber nicht nur wegen des 1:0-Sieges des 1. FC Saarbrücken am Samstagnachmittag im Spitzenspiel der Regionalliga. Nein, der Coach der Saarländer war zufrieden, da der Spitzenreiter durch den Erfolg endgültig die Klasse gesichert habe. „Mehr haben wir auch noch nicht erreicht“, wollte Ferner trotz der wichtigen drei Punkte den Ball flach halten. Das rang Maik Walpurgis allerdings nur ein müdes Lächeln ab. Seine Mannschaft hat die ersten Big-Points in diesem Jahr liegen lassen und rutschte auf Rang zwei ab.
Das können die Sportfreunde zwar schon morgen Abend revidieren, wenn das Nachholspiel gegen FC Schalke 04 II (19 Uhr PGW-Arena) ansteht, dennoch tut die Niederlage weh, denn sie war vermeidbar. Vor allem in der zweiten Halbzeit waren die Sportfreunde die agilere Mannschaft und hatten weit mehr Ballbesitz. Zwingende Torchancen allerdings blieben Mangelware, da die Hausherren in der Defensive geschickt die Schotten dicht hielten. Vor allem die Flügel der Gäste waren kaltgestellt, so dass Lotte um eine seiner Hauptwaffen beraubt war.
Deutlich wurde, dass zwischen Test- und Punktspielen ein deutlicher Unterschied herrscht. Während die Sportfreunde in der Vorbereitung fast ungezwungen nach vorne spielten konnten und durchweg die aktivere Mannschaft waren, konnten die am Samstag in rot gekleideten Gäste oftmals nur reagieren. Zu präsent und aggressiv war der 1. FCS, der durch eine gute Aufteilung die Räume derart eng machte, dass die Sportfreunde ihr Kombinationsspiel einfach nicht aufziehen konnten. Zahlreiche Fehlpässe waren die Folge, die die Hausherren immer wieder in Ballbesitz brachten. Und sie nutzten eine der ganz wenigen Chance in dieser von den Abwehrreihen bestimmten Begegnung. Nach einem Foul von Alexander Thamm, für das er die vierte Gelbe Karte sah, schlug Sammer Mozain als halblinker Position den Ball in den Strafraum. Ob Markus Fuchs mit den Haarspitzen noch dran oder nicht, das Leder flog vorbei an Freund und Feind zum 1:0 für die Gastgeber in die Maschen. Lottes Keeper Andre Poggenborg war machtlos.
Danach mühten sich die Sportfreunde. Doch hatte deren Spiel wenig Struktur. Auch als mit Marcus Fischer und dem eingewechselten Nico Beigang zwei Spitzen auf dem Feld standen, wurden die Aktionen nicht wirklich zwingender. Zwar besaßen „Fischi“ und der eingewechselte Ugur Birdir zwei Einschussmöglichkeiten, ein „Happy-End“ fand der Lotter Auftritt im Saarland vor 6542 Zuschauern nicht mehr.
Als ärgerlich empfand Maik Walpurgis die Schlappe natürlich, aber nicht als Weltuntergang. Die defensive Stabilität war gegeben. Darauf lässt sich aufbauen. Bei Ballbesitz muss die Mannschaft allerdings sicherer und dominanter werden, um den Gegner mehr unter Druck setzen zu können. Die Niederlage vom Sonntag revidieren können die Sportfreunde Lotte bereits morgen Abend im Nachholspiel gegen Schalke. Die Mannschaft möchte unbedingt spielen. Trotz des Regens gestern zeigte sich der Platz in einem guten Zustand. Voraussichtlich wird erst am Dienstag endgültig entschieden, ob angepfiffen wird oder nicht.
1. FC Saarbrücken: Marina - Otto, Lerandy, Mann, Zydko (83. Reguette) - Kohler, Weissmann (89. Berrafato), Dafi, Grgic - Mozain (69. Brückerhoff), Fuchs.
Sportfreunde Lotte: Poggenborg - Brinker, Willers, Thamm, Gataric - Kunert, Wingerter (73. Beigang) - Kügler (60. Birdir), Dondorf, Pagano (60. Sidney) - Fischer.
Tore: 1:0 Mozain (27.).
Gelbe Karten: Otto, Zydko, Berrafato - Thamm.
Schiedsrichter: Christ (Münchweiler an der Rodalb).
Zuschauer: 6542.
Trainerstimmen:
Dieter Ferner,Trainer des 1. FC Saarbrücken: „Natürlich bin ich mit dem Ergebnis zufrieden. Und ich denke, der Sieg ist für uns durchaus verdient. Aber es ist noch nichts entschieden. Wir haben noch nichts erreicht, außer, dass wir den Klassenerhalt jetzt gesichert haben.“
Maik Walpurgis,Trainer von SF Lotte: „Es war ein enges, ein intensives Spiel. Aber, wie es oft in einem Spitzenspiel ist, nicht sonderlich schön anzusehen. Saarbrücken hat geschickt in der Defensive gestanden und unsere Außen zugestellt. Auch wenn wir im zweiten Durchgang weit mehr Ballbesitz hatten, hatten wir nicht wirklich viele zwingende Chancen. Deutlich wurde der Unterschied zwischen Test- und Punktspiel. Wir waren vor allem zu Beginn einfach nicht so präsent wie es nötig gewesen wäre.“
Quelle: www.westfaelische-nachrichten.de - ALFRED STEGEMANN -
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